| | Armand
"Mandy" Meyer wurde am 29. August 1960 in Balcarres, Saskatchewan,
Canada geboren. Zusammen mit seiner kanadischen Mutter und seinem
Vater, einem Schweizer Molkereifachmann, lebte er die ersten drei
Jahre in Kanada. Als seine Eltern sich scheiden liessen, kehrte
er mit seinem Vater in die Schweiz zurück, wo er bei seinen
Grosseltern in Küssnacht am Rigi aufwuchs.
Mit
neun Jahren begann Mandy sein erstes Instrument zu spielen, die
Marschtrommel. Er spielte sieben Jahre lang im lokalen Tambourenverein.
Aber mit seinen ersten musikalischen Erfahrungen wurde der Funke
entfacht und er begann Unterricht zu nehmen in klassischer Gitarre.
Nebst Musik interessierte er sich damals wie auch heute für
Sportarten wie Fussball oder Skifahren.
Als
Teenager, im Alter von fünfzehn Jahren, gründete er zusammen
mit einigen Freunden "Quarry", seine erste Band. Sie hatten
ihre ersten Liveauftritte an Parties und in lokalen Clubs. 1975
wurde die Schweizer Musikszene erstmals aufmerksam auf Mandy Meyer,
der damals als Leadsänger und Gitarrist mit der Schweizer Band
"BM Smith" durch die Landen zog. Obschon er eine kaufmännische
Lehre in einem Textilunternehmen absolvierte, galt sein Hauptinteresse
schon damals der Musik.
Als
ihn Chris von Rohr, Gründungsmitglied und Bassist von Krokus,
1980 fragte, ob er Lust hätte, deren Gittaristen Tommy Kiefer
zu ersetzen, sah er seine grosse Chance gekommen. Er zögerte
keinen Augenblick, kündigte seinen Job und tourte für
die nächsten zwei Jahre mit Krokus durch Amerika und Europa.
Für Mandy war dies die erste Gelegenheit sein Können international
unter Beweis zu stellen. Ausserdem war es ein ganz anderes Gefühl
in grossen Arenen zu spielen anstatt in kleinen Clubs. Es war das
erste Mal, dass er mit den wirklich Grossen in der Musikindustrie
zusammen arbeitete (Clive Davis, John Kalodner, Paul Rothchild und
Mike Stone). Auf seine Jahre mit Krokus angesprochen meint Mandy.
"Sie haben mir die Türen geöffnet zur internationalen
Musikszene."
Nachdem
er während der Krokus U.S. Tour diverse vielversprechende Kontakte
geknüpft hatte, entschied sich Mandy 1982 dazu, definitiv nach
Amerika überzusiedeln und seine Zelte in Memphis, Tennessee
aufzuschlagen. Dort begann er mit Jimi Jamison (Survivor) an einem
Projekt zu arbeiten, das bald als "Cobra" bekannt werden
sollte. Ihr Debutalbum "First Strike" wurde von der internationalen
Musikpresse gelobt. Im britischen Musik Magazin Kerrang belegten
sie sogar den 1. Platz der Import Charts.
Im
Herbst 1984 rief Brian Lane, der damalige Manager von Asia und Yes,
Mandy an und fragte ihn, ob er Lust hätte Steve Howe bei Asia
zu ersetzen. Mandy fühlte sich geehrt als er hörte, dass
John Kalodner ihn für diesen Job vorgeschlagen hatte. Er musste
sich die Sache nicht zweimal überlegen, hatte Asia doch von
ihrem letzten Album über 7 Mio. Kopien verkauft. Er zog nach
London und traf die Band. Die Zusammenarbeit klappte vom ersten
Moment an hervorragend und er liebte das Leben in London und den
britischen Lebensstil. Asia war eine grossartige musikalische Erfahrung
für Mandy. Die Zusammenarbeit mit Musikern wie Carl Palmer,
mit ganz unterschiedlichen musikalischen Backgrounds, war sehr interessant
und inspirierend.
Da
Asia nur alle vier Jahre ein neues Album veröffentlichte, entschied
sich Mandy 1987 in die Staaten zurück zu gehen. Er zog nach
Los Angeles, CA, wo John Kalodner von Geffen Records einige Projekte
für Mandy bereit hielt. Er begann umgehend mit Bands wie Mark
Ashton, Stealin' Horses, Nelson und House of Lords zu arbeiten.
Gleichzeitig gründete er seine eigene Band "Katmandü"
.
Obwohl
sich Mandy nie richtig wohl fühlte in der Stadt der Engel,
wusste er, dass es für seine musikalische Karriere wichtig
war, vor Ort präsent zu sein. Aber sieben Jahre und einige
Duzend grössere und kleinere Projekte später fühlte
er sich völlig ausgebrannt. Hinzu kam die Zeit der grossen
Grunge-Welle, die - angeführt von Bands wie Pearl Jam oder
Nirvana - die Karriere von erfolgreichen 80er Jahre-Rockbands abrupt
beendete. Die Zeit war also definitiv reif für eine Veränderung
und Mandy entschied sich, in die Schweiz zurück zu gehen, wo
seine Wurzeln sind .
Zurück
in seinem Heimatland blühte er auf. Voller Energie und kreativen
Ideen begann er sofort Songs zu schreiben und Leute zu treffen,
die sich eher nach dem europäischen und asiatischen Markt orientierten.
Natürlich reaktivierte er auch seine alten Freundschaften wieder,
darunter auch auch seinen alten Bandkumpel Chris von Rohr, der sich
zu dieser Zeit gerade als Produzent von Gotthard verpflichten liess.
Als Mandy jedoch das erste Mal deren Songs hörte, konnte er
sich nicht vorstellen, dass die Band mit einem solch altmodischen
Eighties-Rock je einen Plattenvertrag erhalten würde. Er war
deshalb umso erstaunter, als er hörte, dass sie bereits einen
Vertrag hatten mit BMG Ariola und zudem über eine ziemlich
grosse Fangemeinde verfügten in der Schweiz. Nachdem Gotthard
auch noch einen von Mandy's alten Songs coverte, dauerte es nicht
mehr lange bis er anfangs 1996 zur Band stiess für deren G
Spot Tour. Das war der Beginn einer neuen Ära .
Mit
ihrem Akustikalbum Defrosted landeten sie 1997 einen Riesenerfolg.
Die Verkäufe verdoppelten sich, sie hatten wesentlich mehr
Airplay und ihre Fangemeinde wuchs und wurde breiter. Eines der
Highlights dieser Tour war sicherlich das Duett mit der weltbekannten
Opernsängering Monserat Caballe. Die letzten sechs Jahre waren
sehr erfolgreich für Gotthard, vor allem natürlich in
der Schweiz. Sie spielten bei allen grossen Schweizer Festivals,
tourten in Europa und Asien und erhielten unzählige Platin
Auszeichnungen .
Trotzdem
entschied sich Mandy anfangs 2004, nach acht Jahren die Band zu
verlassen. Einerseits war er mit den strategischen Entscheidungen
des Managements während des vergangenen Jahres nicht einverstanden,
und andererseits hatte er das Gefühl, dass er etwas Neues beginnen
musste, um sich musikalisch weiter entwickeln zu können.
Nach
verschiedenen Projekten stieg er im Frühling 2005 bei Krokus
ein, wo er das Gründungsmitglied Fernando von Arb als Leadgittarist
ersetzte. Für Mandy also ein "Coming home" zu jener
Band, mit der er 1980 seine internationale Musikerkarierre gestartet
hatte. | |